Layer2 spendet an das Franziskus-Tierheim

Layer2 spendet an das Franziskus-Tierheim

Layer2 hat dieses Jahr zu Weihnachten an das Franziskus-Tierheim in Lokstedt gespendet. Lesen Sie hier, wie Tierheim-Leiter Frank Weber den Tierschutz in Deutschland beurteilt und was er für 2015 plant.

 Interview mit Frank Weber, Leiter des Franziskus-Tierheims in Hamburg Lokstedt:

„Deutschland ist kein Tierparadies“

Frank Weber ist nicht nur der bekannte Moderator des Vox-Haustiermagazins „hundkatzemaus“, dem erfolgreichsten Tiermagazin im deutschen Fernsehen. Er übernahm vor zehn Jahren auch die Leitung des Franziskus-Tierheims in der Lokstedter Grenzstraße, benannt nach dem tierliebenden Heiligen Franz von Assisi. Das Franziskus-Tierheim gehört zum bmt, Bund gegen Missbrauch der Tiere e.v., das deutschlandweit acht Tierheime betreibt. Frank Weber ist zweiter Vorsitzender im Vorstand. „Als ich vor 10 Jahren als Leiter begann, war das Tierheim in einem schlechten Zustand“, sagt er. Heute glänzt es im neuen Anstrich und mit neuem Dach und hat eine gut ausgestattete Krankenstation, denn Frank Weber hat konsequent Öffentlichkeitsarbeit und Mittelbeschaffung vorangetrieben. Er hat aber noch viel mehr Pläne.

Layer2: Wie wurden Sie Tierheim-Leiter?

Frank Weber: Studiert habe ich Germanistik und Politische Wissenschaften. Dann machte ich eine Ausbildung zum PR-Berater und schrieb als Journalist für Tageszeitungen und Tiermagazine. Tierlieb war ich schon immer. Ein Leben ohne Tiere kann ich mir gar nicht vorstellen – ich habe privat vier Hunde, zwei Papageien, ein Pferd und Aquarien. Ich habe in der gemeinnützigen Privatstiftung Gut Aiderbichl in Salzburg eng mit dem Leiter Michael Aufhauser zusammengearbeitet. Er hat mich sehr inspiriert.

Layer2: Seit wann stehen Sie für das Vox-Haustiermagazin „hundkatzemaus“ vor der Kamera?

Frank Weber: Bei „hundkatzemaus“ stehe ich seit sechs Jahren als Moderator vor der Kamera – das Format existiert seit 13 Jahren bei Vox. In den sechs Jahren habe ich über 100 Folgen gedreht. Die Sendung erreicht pro Folge rund eine Million Zuschauer.

Layer2: Welche Herausforderungen sehen Sie im Tierschutz derzeit?

Frank Weber: Der Tierschutz muss sich heute moderner präsentieren und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Wir müssen am Image der Tierheime feilen. Viele bringen Tierheime mit Elend in Verbindung. Doch die Tiere haben es gut, wenn Tierheime mit ausreichenden Mitteln geführt werden. Wenn jedoch die Mittel fehlen, wird es schwierig.

Layer2: Wie gut ist Deutschland im Tierschutz?

Deutschland ist kein Tierparadies. Deutschland ist einer der größten Fleischexporteure und Fleischkonsumenten weltweit. Die Folge ist industrielle Massentierhaltung. Die Tierheime leiden unter chronischem Geldmangel. Niemand muss meinen, Geldmangel sei nur in osteuropäischen Heimen ein Problem. Nur rund acht Prozent der bmt-Tierheimkosten decken Städte und Gemeinden, deshalb sind wir auf Spenden und Erbschaften angewiesen.

Layer2: Wie hoch sind die Ausgaben für die Tiere pro Jahr?

Frank Weber: Die Tierheime des bmt wenden jedes Jahr rund fünf Millionen Euro für Medikamente, Futter und Operationen auf. Unser Verband betreut deutschlandweit rund 6.000 Tiere. Das Franziskus-Tierheim hat Platz für 100 bis 120 Tiere.

Layer2: Wie engagiert sich das Tierheim noch?

Wir engagieren uns im Auslandstierschutz und vermitteln Hunde und Katzen aus Osteuropa oder Spanien. Wir unterstützen auch Projekte vor Ort, indem wir Zwinger bauen, Tierärzte, Futter und Mitarbeiter bezahlen nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wir haben außerdem eine Wildtierstation, in der wir 2014 fast 400 verletzte oder kranke Wildtiere gepflegt haben, vom Waschbären bis zum Reiher. In enger Zusammenarbeit mit der Wildtierstation Hamburg wildern wir die Tiere wieder aus. Wir beraten auch Tierhalter. Manche erwarten zum Beispiel, dass ihr Hund einfach funktionieren soll und vergessen, dass Tiere auch ihren eigenen Charakter haben.

Layer2: Wofür werden Spenden aktuell eingesetzt?

Vor zwei Jahren brach uns fast das Dach über dem Kopf zusammen. Seitdem sanieren wir in einem großen Projekt Dach, Dämmung, Heizkörper und Zäune. Auch unsere Krankenstation und Apotheke müssen wir ausrüsten. Ein ganz aktuelles Projekt ist unser Café, das im Frühjahr 2015 eröffnet werden soll, mit Blick auf ein neues Außengehege für unsere Katzen.

Layer2: Zum Schluss möchten wir gern wissen, was Sie sich wünschen?

Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen und Verständnis für Tiere schaffen. Wir wollen unser Tierheim noch stärker zu einem Ort der Kommunikation machen. Vor allem wünsche ich mir, dass sich die Menschen darüber klar werden, dass sie Verantwortung für Tiere tragen.

Layer2: Herr Weber, vielen Dank für das Gespräch!

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